Dienstag, 7. Mai 2013

Mal nur Bilder

als Entschädigung für die langen Texte gibts mal nur Bilder, die ich teilweise in die vorherigen Beiträge eingefügt habe und das ein oder andere Bild das nirgendwo drin ist


























Rainy Days

Die erste Nacht war echt der Horror, dank meiner nervigen Blutsaugerfreunde, welche mir mit ihrem hoch summenden Flügelschlagen den auf der harten Matratze bei den Temperaturen ohnehin schon spärlichen Schlaf raubten. Nachdem etliche bereits meiner Hinrichtungswelle zum Opfer fielen, und ich erschöpft einschlief, kamen noch mehr Moskitos aus allen Ecken um sich an meinem Blut zu laben, während ich wehrlos war. Mitten in der Nacht, von zahllosen unangenehmen Stichen geweckt, traf meine Rache viele der erfolgreichen Mücken, und mein bereits entnommenes Blut spritze überall herum.
Am nächsten Tag erkannte ich die Sonne hinter den hell leuchtenden weissen Vorhängen und an das Massaker des Vorabends erinnern nur noch gelegentliche, schlecht sichtbare Blutflecke an den mit dunklem Holzmuster beklebten Wänden. Der Sturm der nachts die Luft reinigte und zusammen mit den Wellen, des 30m entfernten Meeres ein wunderbar entspannendes Lied sang, lies auch die Natur sich beruhigen. Von allen exotischen Geräuschen war der weit hörbare schrille Ton der Zikaden, einer der ersten, der wieder aus ihrem schützenden Verstecken drang um die Luft zu erfüllen, noch vor dem Schreien der Vögel, quäcken der Geckos oder den Grillen. Handtuch und Badehose, mehr brauchte ich nicht um den Tag am Strand zu starten. Der Wind war angenehm erfrischend bei den Temperaturen von knapp über 30°C, um jedoch mein Handtuch nachher nicht über den Strand jagen zu müssen, legte ich ein Stein den ich im Sand fand auf eine Ecke. Ich ging nicht sehr Tief ins Wasser, das trübe Meer welches vom nächtlichen Unwetter aufgewühlt wurde,versperrte mir die Sicht auf Seeigel, Flaschen und spitze Steine dachte ich mir und vor Allem erstere machten mir ernsthafte Sorgen. Als ich in der Nähe einen mit Bojen abgesperrten Strandabschnitt sah, fielen mir auch die tödlichen Quallen wieder ein, die auch schon in Australien eine allezeit gegenwärtige Gefahr darstellten, als genau in diesem Moment mein Unterarm beim Rudern im Knietiefen Wasser einen dieser Steine fand, und mir einige blutende, oberflächliche Kratzer bescherte weswegen ich zurückkehrte um im Bungalow meinen Arm zu desinfizieren. Wenige Minuten später, während ich Bilder von meiner Terrasse aus schoss, fingen wieder die sintflutartigen Regenfälle an alles in eine Wand aus Wasser zu hüllen und ich war heimlich Buddah dankbar noch nicht losgefahren zu sein um etwas zu Essen zu kaufen, sowie andere Strände zu erkunden. Einzig der Durst wurde langsam stärker während der Regen bereits eine Stunde in gleicher Intensität wie am Vortag herabprasselte. Halb 2 ging es los, zu dieser Zeit wurde ich auch gestern schon von Regen überrascht, wenn morgen genauso wird, kann man den Regen leicht in den Tagesplan einbeziehen, dachte ich mir.
Das Warten verkürzte ich mir mit dem Schreiben und einem Film, währen ich weiter lauschte ob die nässenden Wolken bereits abzogen, was genauso plötzlich geschieht wie sie aufziehen. Leider läuft nicht alles wie man es sich wünscht und so kam es, dass ich mit meiner schicken schwarzen Regenjacke und Badehosen, vom Hunger getrieben durch den deutlich zurückgegangenen aber dennoch stetig anhaltenden Regen fuhr um nach Essbarem zu suchen. Auf den Spuren von gestern fand ich den kleinen Markt wieder und hab mich sogleich ins das Hühnchencurry mit Jackfruit verliebt. Die Strassen waren teilweise überschwemmt und umspülten meine Füsse während der Fahrt ab und an mit lauwarmen Wasser, insgesamt war aber die Strasse recht leer. Die meisten Touristen verkrochen sich in ihre Ferienbehausungen, nur selten war jemand unterwegs, wenn dann meistens mit einem müllsackähnlichen einmal Regenmantel, der mich recht froh um meine robuste, leichte aber vor Allem schickere Regenjacke von zu Hause machte. Nachdem ich das leckere Curry im Bungalow zu mir nahm merkte ich gleich den Unterschied in der Schärfe zu dem Zeug das für Touristen gekocht wird, da meines von einem Markt stammt den grossteils die Inselbewohner besuchen: der Preis war kleiner, die Portion  grösser und an Chillys wurde wurde nicht gespart, was mir aber entgegenkommt, da ich gerne scharf esse.
Ich freundete mich mit meiner britischen Bungalownachbarin an und bekam ein Moskito-Repellent von ihr da sie morgen abreist und noch genug hat. Ich wurde  schon wieder gestochen, daher probierte ich es gleich aus, sprühte auch einige Stösse in den Raum und staunte nicht schlecht als sich einige Sekunden später ein Haufen dieser Mistviecher im Flug befanden und ich ihnen gerne Tür und Tor nach draussen aufmachte um dem für mich sehr angenehmen Zitronenduft zu entkommen.
Später ging ich noch auf um eine Ananas und eine Melonenhälfte zu kaufen, beides sehr viel aromatischer und geschmacklich intensiver als wir es in Deutschland gewöhnt sind, selbst der mittlere, sonst holzige Teil ist weich und schmeckt süss und saftig.
Der Regen hat inzwischen komplett aufgehört und ich lasse den Abend gemütlich in der Hängematte mit Blick aufs Meer mit meinen Früchten ausklingen, während wie in einem kitschigen Klischee in der Ferne ein Feuerwerk zu sehen ist.
Mit etwas Glück gibt es ab morgen auch wieder Bilder :-)

Sonntag, 5. Mai 2013

Koh Samui

So, endlich ging es los mit dem Reisebus ohne zu wissen wie lange die Reise dauern wird. Ich war echt positiv überrascht von dem Reisefahrzeug, da ich irgendwie einen Minibus erwartet habe der ohne Pause durchfährt, jedoch hatte der moderne Reisebus mit 2 Stockwerken sogar eine Toilette und es gab eine Pause in der man sich die Beine vertreten konnte und der Hunger gestillt werden konnte. Nach 9,5h Fahrt und davon ca drei Stunden Schlaf kam ich endlich am Pier an... zumindest an einem Pier, in der die Gruppe je nach Reiseziel geteilt wurde und mir 7:30 als Anfahrtszeit nach Samui genannt wurde.

Im Gespräch mit einem Chinesen aus Hong-Kong haben wir festgestellt dass eigentlich so gut wie alle Thais miserabel englisch sprechen, sodass eine Kommunikation die über den Preis hinausgeht nur bei speziell touristisch ausgebildeten Leuten möglich ist. Es war schön mit einem Asiaten zu sprechen der einen versteht, bzw der selbst verständlich sprechen kann, dazu war in den 2,5h, die wir unverständlicherweise am Pier verbrachten, auch alle Zeit dafür, in der auch in euphorischer Übermüdung den streunenden Hunden dabei zuschaut wurde wie sie von einer Kröte beschäftigt wurden. Diese Kröte erlangete die Aufmerksamkeit der Hunde jedesmal wenn diese ihren Weg fortsetzte und wurde uninteressant sobald sie stehenblieb. Das Schauspiel erinnerte stark an die bewegungsgesteuerte Jagd des T-Rex aus Jurassic Park, jedoch in einer so komischen Art und Weise, dass diese morgendliche Aufheiterung nur durch die Musik aus frühen Stummfilm Komödien hätte verbessert werden können. Das schlimmste an der Warterei waren die Moskitos, die von den verschwitzt klebrigen Körpern der schwülen Morgenhitze angezogen wurden und begannen uns wie Planeten auf einer Umlaufbahn zu umkreisen. Sicherheit ob sie auf den richtigen Moment abwarteten oder von dem animalisch anmutenden Gestank von der Landung angehalten wurden hatte man keine, jedoch trauten sich nur ein paar geschickte sich erfolgreich den Bauch zu füllen, diese überlebten es aber oftmals nicht weil sie in ihrer Gier ihren herannahenden Tod nicht kommen sahen.
Und danach kam erst, und das war diesmal kein Tippfehler, die weiterFAHRT.
Dort am nächsten Pier von Don Sak, dessen 90 minütige Hinfahrt ich fast komplett verschlief dauerte es abermals eine Dreiviertelstunde bis zum Ablegen der Fähre.
Hier konnte zwischen Gefrierschrank temperiertem Innenbereich und, im gegensatz zu Bangkok, angenehm warmen Aussenbereich wählen.
Die Sonne durchbrach die Wolkendecke nur selten, weshalb ich gefahrlos auf Deck geschlafen habe, bis vereinzelte Regentropfen mich in den klimatisierten Raum drängten.
Just beim Anlegen fing dann der Regenschauer an, der einen mit shotglas-grossen Tropfen bis zum trockenen Unterstand auf dem Festland so dermassen bombardierte, dass so plötzlich wie der Regen kam viele garnicht mehr rannten, da es unmöglich war noch nasser zu werden ohne komplett versenkt zu sein.
Nachdem ich etliche Taxifahrer abgewimmelt und den Regen abgewartet hatte, mietete ich mir einen Roller an, welcher mich nach kurzer Verhandlung gerade einmal 25€ für die Woche kostet anstatt 35€.
Die Strassen waren wieder bis auf die Pfützen in den tieferen Stellen getrocknet, mit dem ganzen Gepäck fuhr ihr dann vorsichtig in die grobe Richtung meiner Unterkunft, mit dem Hintergedanken dass absolut nichts mit dem Roller passieren darf, da ich meinen Pass abgeben musste.
Vorsichtigerweise habe ich die Mängel markiert, gesehen dass er einen ganzen Stapel Pässe hat und mich mental darauf vorbereitet was ich mache wenn er mich versucht übers Ohr zu hauen, es jedoch bei der Menge an Anderen die es genau wie ich machten nicht erwarte verarscht zu werden.
Ich war schon wieder trocken als mich ein zweiter, kürzerer Schauer übergoss und ich komplett durchnässt nach dem Weg fragte, der mir von einem hilfsbereiten Einheimischen bis fast vor die Tür gezeigt wurde und ich endlich das Gepäck und meine nasse Kleidung ablegen konnte, duschte, Zähne putze und mich mit dem Roller auf Nahrungssuche begab.
Es regnete nicht wirklich, es kamen vereinzelt riesige Tropfen vom Himmel, die einen Angenehm kühlten, während die Strasse eine ebenfalls angenehme Wärme abstrahlte. Auf einem kuriosen einheimischen Markt fand ich Sachen die ich vorher weder gesehen, gesmeckt, gehört geschweige denn Aussprechen konnte und nahm sie mit.
Gestärkt durch das Essen baumelte ich mich auf der Hängematte meines im Vergleich zur vorherigen Absteige edlen Bungalows in den Schlaf und wurde ab und an von einem frechen tropischen Vogel geweckt den ich beobachtete wie er die Reste frass und sich jedes mal ankündigte als frage er nach Erlaubnis, er aber jedemal wenn er mein Blick bemerkte protestierend das Weite suchte.
Mit der aufziehenden Dunkelheit erkundete ich den Nordosten der Insel indem ich Geocaches suchte, die Orte mit ihrer Geschichte fand, jedoch das Versteck im Dunkeln nicht mit Taschenlampe ableuchten wollte, um nicht gerade in einem buddhistischen Tempel oder am kleinen Inselflughafen die Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.
Vom Standpunkt des Geocachens gesehen war der Abend ein Reinfall, jedoch habe ich einige schöne Orte gefunden und mir für morgen vorgenommen im hellen cachen zu gehen, das erregt weniger Aufmerksamkeit, und die meisten Attraktionen wie Wassfälle etc kommen Nachts nicht zur Geltung.
Nach einem Spaziergang durch das Fischerdorf schliesse ich den heutigen Tag ab und freue mich schon auf den Strand und das Meer.
Die Probleme mit den Bildern hat Android anscheinend mit der Speicherkarte, sobald ich die Möglichkeit habe diese von einem anderen Pc oder Laptop aus auf den Stick zu kopieren, sollte es keine Probleme mehr geben, werde die Bilder dann nachträglich Einbinden und in einem extra Beitrag zusammenfassen.
Auf der Fahrt habe ich in der Ferne Blitze gesehen, erst jetzt ist der erfrischend warme Regen hier angekommen, glücklicherweise sitze ich dabei im Trockenen :-)

Samstag, 4. Mai 2013

Letzter Tag Bangkok

Liebes Tagebuch, liebe Blogleser, Heute ist der letzte Tag in der Hauptstadt und dieser hielt gleich mehrerlei Besonderheiten für mich bereit. Nachdem ich mich von meinem luxuriösen Zimmer verabschiedet hatte und in der Stadt nochmal durch die Läden stöbern wollte, fiel mit das erste mal der ausgebleichte Zettel an der Bushaltestelle auf, der in für mich lesbaren Lettern die Busline und die jeweiligen Haltestellen aufgelistet hatte und anscheinend von einem anderen Reisenden erstellt wurde. An keiner einzigen der Haltestellen steht ein Fahrplan oder Linienplan bereit und an vielen ist selbst die Beschriftung die anzeigt welche Busse hier jeweils halten abgegangen. Glücklich über diese recht späte Entdeckung probierte ich es direkt aus und nahm den erstbesten Bus der an meinem Ziel anhielt, diesmal eine Luxusausführung mit Klimaanlage und der Kartenverkäufer gibt auf der Fahrt Kurzgeschichten zum besten, die er während der Fahrt aus einem Buch liest. Ich verstand natürlich kein Wort, doch schien es als würde er nach jeder Unterbrechung durch das Abkassieren neuer Fahrgäste, diese kurz auf den Stand der länger Fahrenden bringen bevor er die Erzählung fortsetzt. Ich ging nicht direkt zu meinem Ziel, dem MBK Einkaufszentrum sondern war vorher zum ersten mal in der Siamsquare Mall auf der gegenüberliegenden Strassenseite. Im Gegensatz zu dem MBK finden sich hier eher Luxusartikel und auch die Mall an sich gleicht eher einer modernen Kunstgalerie statt einem gemeinen Einkaufszentrum. Und modern sind sowohl die Ausstellungsstücke, als auch das Gebäude und seine Einrichtung. Und mit modern meinte ich nicht die verrückte Art von moderner Kunst wie sie Geschmacksverirrte und Leute die gestörter als der Künstler selbst sein müssen um sie wahrhaft anzuerkennen, nein ich meine ästhetische moderne Kunst wie ein kleinwagengrosser, metalerner Skorpion aus recycelten Teilen oder Lebensgrosse Pferdeskulpturen, die aus etlichen Stöcken bestanden. In der Mitte des einen Treppenaufgangs stand ein gut anderthalb Stockwerke hoher Würfel, mit der Aufschrift "this is no swimmingpool", der von oben einem Pool glich aus dem eine kleine Metallleiter aus dem aufgemalten Wasser ragte und der an der Seite mit Bildschirmen bestückt war, die wie quadratische Bullaugen das untergetauchte Innenleben eines Schwimmbeckens zeigten. Innen war ein Zaun an das man ein Schloss mit den Namen


zweier liebenden schliessen konnte sowie eine Brunnenatrappe, die symbolisch das mit einem Wunsch verbundene fortschmeissen des Schlüssels darstellte. Eine Treppe war voller LEDs die bunte Muster bildetewenn man sie betritt und die 4 Stockwerke darüber befindliche LED-Decke zeigte alternierende Bilder wie Schmetterlinge, Muster und Natur. Für die akustische Kunst sorge ein Live Hipster DJ am nächsten Treppenhaus sowie weiter davon entfernt ein Digitales Orchester, das mehrere Tabletcomputer mit jeweils einer anderen Instrumentenapp verband und von einem Dirigententablet geleitet werden konnte.(jedes einzelne Instrument musste jedoch von einem Besucher besetzt werden für die volle Orchesterbandbreite) Im MBK Center suchte ich vergeblich nach einer alternative um die Bilder auf mein eigenes Tablet zu bekommen, wurde jedoch leider nicht fündig, staunte beim rausgehen aber nicht schlecht als 2 Asiatinnen die jeweils ein helles gothisches Kleid trugen und lange blonde Locken hatten an mir vorbeiliefen. Kurz darauf stellte ich fest dass ich mitten in einer Cosplay Convention gelandet war, die aufgebaut wurde, während ich mich innen umsah. Gut 4-5 Duzend als allerlei mir unbekannte Animefiguren verkleidete Leute tummelten sich draussen in der Mittagshitze und präsentierten sich posierend vor den Fotografen, welche die Darststeller im Verhältnis mehr als 5x überzählten. Viele Stände mit Verkleidungen, Essen und Comics zierten den Platz vor der Bühne auf der Live"musik" an Karaokeparodien erinnert und lauthals vor den Verkleideten, und Unverkleideten Besuchern mitgesungen wurde. So viele angenehme und durchaus interessante Geschehnisse habe ich an meinem letzten Tag nicht erwartet. Voller Zuversicht stieg ich an einer Haltestelle in einen anderen Bus der Liste, von dem ich dadurch wusste dass er an der richtige Stelle hält, jedoch nicht sicher war welche Richtung ich nehmen muss und kam, diesmal ohne Besonderheiten, im Hostel an, in dem mein Gepäck lagert und vor dessen Tür ich mit einem Bus abgeholt werde. Während ich warte schreibe ich diesen Text und hoffe dass ich euch auch zusätzlich später während der langen Fahrt ein paar interessante Bilder dazu liefern kann. Nachtrag: inzwischen ist es 19:00, vor einer Stunde wurde ich abgeholt mit einem Roller auf das mein ganzes Gepäck mitsollte. Zum Glück kann ich meinen Rollkoffer als Rucksack tragen, sonst wärs schwierig geworden, aber so routiniert wie ich durch engste Gassen, Einkaufspassagen und teils durch Sperrmüll und andere Fahrzeugeverengte Wege gefahren wurde, blieb kein Zweifel, dass auch andere Gepäckstücke möglich gewesen wären. Auf den Weg vom Treffpunkt zum Bus wurden Drachen steugen gelassen, was nach einer Art Feierlichkeit aussah. Ich hatte alle möglichen Befürchtungen, jedoch hatte ich nicht einen modernen Doppeldecker Reisebus mit Kino, Klimaanlage und Toilette.

Freitag, 3. Mai 2013

Indien vs Visum

Auf dem Wasserweg den ich immer lieber mag, da es keine ungewollten Abzweigungen oder falsche Busnummern gibt, wollte ich endlich das Visum für Indien beantragen.
Eine kleine Menge Menschen, grossteils Inder, hat sich vor dem Sicherheitsscreening versammelt um verschiedene Angelegenheiten zu erledigen. 15 Minuten später war ich auch drin und bekam gesagt dass es ein extra Büro gibt das sich nur darum kümmert Ausländern den Weg ins Land zu ebnen. Nur einen kurzen Moment hatte ich das Besuchervisum um Indischen Boden in der Botschaft zu betreten in den Händen.
Auf einem Merkzettel war der Weg skizziert, eigentlich nur die Strasse geradeaus durch und 2x links herum um den Block laufen.
Etliche Abzweigungen und schräg abbiegende Strassen später kam nach dem Durchfragen die Erkenntnis, dass ich besser mit Navigation gelaufen wäre, aber war endlich angekommen, nur noch in den 15. Stock und die Sache wird erledigt...hoffte ich...FALSCH!
Etliche Dokumente, Spezielle Bilder und Kopien, sowie ein neuer Antrag später(hatte zu Hause schon einen ausgefüllt), kam die ernüchternde Feststellung dass es aussichtslos ist das hier zu machen. Leider kam diese Einsicht ein paar Hundert Baht zu spät.
Jeder Handgriff wurde sich fürstlich entlohnen lassen und alles was man brauchte konnte man natürlich zufällig auf dem Stockwerk machen. ABER ich hätte meinen Pass 6-8 Werktage abgeben müssen, abgeholt werden würde er aber wo anders, da das Visabüro entgültig geschlossen wird und hätte schon Flüge und Hotelbuchungen vorlegen müssen ohne zu wissen obs klappt oder nicht...
Da ist mir der deutsche Bürowahnsinn lieber und trotz gutem Start und offensichtlichen Fehlinvestitionen habe ich dankend abgebrochen und bin in dem Gebiet herumgelaufen und habe es erkundet. Die Schönheit einer Grossstadt liegt nicht in dem Traum der den Touristen präsentiert wird, sondern in den Zwischenstrassen und Gassen in denen das richtige Leben sich abspielt. Wer nur die Touristenattraktionen sieht, hat nur gesehen was er sehen sollte, jedoch nur einen kleinen Teil dessen das wirklich sehenswert ist.
Spannend wird es erst hinter der Fassade, die wie eine glitzernde Bühne vor dem eigentlichen Schauspiel aufgebaut wurde.
Gerne bin ich deshalb abseits dem bunten Treiben unter Einheimischen, die einen im eigenen Terretorium mit neugierigen, freundlichen Blicken würdigen. Da man als Farang schon eine natürliche Auffälligkeit in der Fremde besitzt, jedoch trotz der augenscheinlichen Deplatziertheit fern von den anderen Touristen nicht bloss als Geldsack, sondern als Mensch wahrgenommen wird intensiviert sich das Gefühl nicht bloss ein normaler Besucher zu sein, sondern ein Abenteurer.
Ein bisschen Indien hatte ich trotzdem, denn ich bin irgendwie in einem von Indern dominierten Gebiet gelandet mit etlichen kleinen Marktständen, auch die Essenstände boten plötzlich indische Spezialitäten an.
Unterwegs probierte ich etwas neues zu essen und da ich für die Käfer, Maden, Skorpione und Taranteln die den Touristen in der Khao San Road vorgesetzt werden irgendwie noch nicht bereit bin, probierte ich bunte, eingetütete Haare, die in Pfannkuchen eingewickelt werden.
Schmeckt besser als es klingt, es war eine Art grobe Zuckerwatte, und im Prinzip habe ich gezuckerte Pfannkuchen gegessen, trotzdem war es erstmal komisch als ich nicht wusste was mich erwatet.
Endlich habe ich auch nachdem ich mich 2x in den engen, wirren Gängen, die gegenüberliegende Stände nur knapp einen Meter voneinander trennen, verirrt und wieder herausgefunden. Auch hatte ich endlich Flip Flops gefunden die passen und nicht übertrieben teuer sind.
2 von 4 Punkten meiner todo liste habe ich somit abgehakt.
Auf dem Rückweg kam ich ins Gespräch mit einem Studenten, der mir seine Hilfe angeboten hat wenn ich etwas wissen will, und habe einen weiteren wiedergetroffen, der mir am Vortag schon bei der Wegfindung behilflich war.
Eine Stunde hatte ich um Punkt 3 zu erledigen: golden Mountain, mit einer atemberaubenden rundum Aussicht über Bangkok, zu der ich gestern zu Spät kam, weil ich hoffte den Sonnenuntergang zu erwischen, jedoch nicht mit Öffnungszeiten rechnete.
Auf dem Rückweg wurde im Touristenoffice der komplette restliche Thailandaufenthalt verplant und alle Übernachtungen, ein paar Touren und alle Transfers mit Bussen gebucht.
Da die Idee das Visum in Bangkok zu beantragen mit den ganzen Hindernissen nicht mehr praktikabel war, wollte ich schnellstmöglich Sonne, Strand und Meer, somit wurde eine Woche Koh Samui gebucht, zu der ich schon morgen Abend über Nacht aufbrechen werde.

Der 4. Punkt meiner Liste wäre gewesen 1-2 Nachtmärkte anzuschauen. Also heim, kurz nochmal abgeduscht und 5 Minuten später genauso geklebt wie davor.
Langsam gehen mit fortschreitender Dunkelheit die künstlichen Licher an, welche durch aktuelle Lieder angestimmt werden und das Nachtleben zeigt sich in seiner ganzen Pracht.
Alle 2 Meter wird einem entweder  Alkohol,  frittierte Skorpione, massgeschneiderte Anzüge oder teure Fahrten mit den bei Touristen beliebten Tuk Tuks angeboten.
Ich bin mir sicher wenn man den ersten Leute mit dem Alkohol nachgibt folgen zwangsläufig auch die nächsten Punkte irgendwann.
Diesmal wollte ich die Wasserbusse des grossen Flusses nutzen, jedoch fand ich keinen Abfahrtspunkt, bzw lief zum falschen, mit herkömmlichen Bussen wurde mir versehentlich was falsches gesagt und als ich dank Tanke Google den richtigen Bus raushatte hielt dieser 2km von meinem Startpunkt und schmiss alle Fahrgäste raus, wobei er sich auf eine grüne Tafel mit weissen Thai Buchstaben berief auf der dies wohl klar und deutlich stand, nachdem er merkte dass nicht nur ich verwundert war über den plötzlichen Halt.
 Etwas demotiviert und mit brennenden Füssen nach den heutigen Touren ging es nach einem guten Abendessen wieder nach Hause ins Hostel wo ich die Zeit vor dem Schlafen mit bloggen verbringe, besonders da ich heute mit Lob überschüttet wurde, wieviele von euch ihn gerne lesen :-)

Vorher Koala, nachher Alvin


Heute war ein Tag der Erledigungen und Erkundungstouren. Alles habe ich zwar nicht geschafft, wie z.B. habe ich immer noch keine Flip-Flops gefunden und die indische Botschaft, die ich wegen des Visums dort besuchen wollte, hatte schon geschlossen laut Onlineinformationen, jedoch habe ich einen Monat Internet auf den Handy und habe mir endlich mal die Haare geschnitten.



Ausserdem bin ich so viel gelaufen wie schon ewig nicht mehr, (3km allein Umweg weil ich überzeugt und voller Elan in die falsche Richtung, entgegengesetzt meiner Ziele, marschiert bin. Gegen 9 war ich dann so kaputt, dass ich beim Fotos kopieren, für 2h meine Augen geschlossen hatte und völlig weggenickt bin, was sicher auch an der erdrückenden Hitze liegt.
Leider funktioniert die Technik nicht wie sie soll (wozu teste ich den kram zu Hause wenns sowieso wieder nicht klappt?), weshalb ich eigentlich mehr fluche statt zu kopieren.
Dafür habe ich heute die öffentlichen Busse und Wasserverkehrssysteme getestet, erstaunt war ich besonders über den Preis, und dass so wenige Touristen es nutzen, was schade ist weil das ganze Geld halsabschneiderischen Tuk Tuk Fahrern in den Rachen geworfen wird, oder einfachheitshalber Taxis genutzt werden, was jeweils den 10-20 fachen Preis bedeutet.










Besonders meine 2 Bootstouren haben spass gemacht, und eigentlich war es wieder eine Spontanentdeckung, da ich mal wieder nach Ladenschluss bei einer Attraktion angekommen bin. Kommerzielle Bootsfirmen hätten sicher gut 200 statt 10 Bath dafür genommen, wenn es sie in dieser Form gäbe.
Ebenfalls wird das Essen abseits der touristischen wege, 2-3x teurer und für das Haare schneiden habe ich auch mit Trinkgeld und 10 min Kopfkraulen (Haare waschen ) ca 4 Euro gelassen, was eigentlich ein fairer Preis ist, im MBK Shoppingcenter hätte alleine das Haare schneiden das Doppelte gekostet.
Eigentlich wollte ich noch zu einem Nachtmarkt gehen, jedoch fällt die Motivation nach meinem Nickerchen eher spärlich aus, jetzt das überwärmte Zimmer noch zu verlassen, auch weil meine Füsse eine Pause brauchen.


Was ich an Thailand besonders Liebe, und jetzt schon weiss das ich es Daheim vermisse  werde ist das Essen. An jeder Ecke werden mehr oder minder aufwändige Speisen zubereitet vom Grillspies, bis zum Hühnercurry mit Reis und auch Obst in allerlei Formen wie z.B. essfertige Anannas- oder Mangohäppchen, Eis das aus frischen Kokosnüssen als Schale gegessen wird und gebackeben Minibananen gibt es echt alles was das Herz begehrt, sodass einem eigentlich keine Chance bleibt hungrig zu sein, da die nächste süsse oder däftige Leckerei nicht lange auf sich warten lässt.
P.S. Bilder kommen morgen nach wenns klappt^^

Mittwoch, 1. Mai 2013

one night in Bangkok

Der Geruch war letztenendes gar nicht mehr schlimm, trotzdem bin ich mit 3h Schlaf in Delhi angekommen, was bei 5h Wartezeit und und der Reststrecke bis Bangkok nicht wirklich viel war.
Auf dem zweiten Flug habe ich gut geschafft mich noch etwas zu entspannen um beim Landeanflug wieder aufzuwachen. Wir waren schon relativ tief und es wurde dunkel. Die Strassen zogen sich erst wie leuchtende Fäden vereinzelt bis zum Horizont um sich dann zu einem Lichtermeer zu vereinigen bevor das Flugzeug dann am Flughafen zum stehen kam.
Bangkok selbst ist verwirrend und wenn man sich wie ich Hals über Kopf  ins Abenteuer stuerzt, kann man es am ehesten vergleichen mit einem Bekannten, den man nach langem wieder sieht: man denkt man kennt ihn noch von früher, jedoch lässt er einen bei der ersten Gelegenheit hängen wenn man sich nicht langsam an die früheren Gemeinsamkeiten herantastet. Vieles war mir noch grob bekannt, jedoch kam mir jetzt im dunkeln jede zweite Ecke bekannt vor, die Nähe der Orte die ich kennen sollte, erkannte ich jedoch nicht.

Wenn das Geld für Skydiving nicht langt, ist Taxifahren in Bangkok etwas das dem Adrenalinschub sicher nahe kommt, besonders wenn die Spur des Gegenverkehrs im ohnehin schon chaotischen Stadtverkehr zum überholen genutzt wird.
Überwältigt war ich auch von der schwülen Hitze, welche beim ersten Aussenkontakt direkt die Brillengläser beschlagen lies wie in einer übertriebenen 80er Jahre Komödie. Inzwischen ist 1:00 nachts und ich quäle mich triefend nass durch das schleichend langsame, dabei bei umgerechnet 3,50€/ Nacht überraschenderweise kostenlose, Internet meines Hostels.
Ich habe beschlossen erst morgen zu duschen, vielleicht auch nie, da der Ausgangszustand bei 30°C allein in der Nacht und gefühlten 100% Luftfeuchte direkt nach dem Anziehen wieder erreicht.
Gute Nacht Europa, gute Nacht Bangkok.