Tag 10
Mit frisch verstärkten und überarbeitetem Gepäckträger der am Vortag brach und am Abend repariert wurde,wachten wir, motiviert die verlorenen Tage aufzuholen, früh auf um dementsprechend mehr Strecke zurückzulegen und nach einem Kraftfrühstück bestehend aus 3kg Bananen ging es auf den Weg, jedoch lief es nicht ganz rund, sodass es nach kurzer Zeit heftig zu regnen anfing. Trotz kaum Geschwindigkeit prasselten die Tropfen wie kleine gespannte Gummibänder die man leicht schnaltzen lässt auf die Haut ein und die Augen waren so voller Wasser als wenn man beim Tauchen die Augen öffnet, trotzdem fuhren wir tapfer durch den Regen und dank Badehose, Flip Flops und Regenmantel blieb das Wichtigste trocken. Die Landschaft mit einem See auf der einen, und einer Talaussicht auf der anderen Seite konnten wir kaum geniessen weil man sich noch mehr als sonst aufs fahren konzentrieren musste. Der Regen hörte auf, kam aber immer wieder und wir hatten unsere Schwierigkeiten nach Schlaglöchern Ausschau zu halten, da wir jetzt jede Pfütze als potentiell gefährlich umfuhren. Während einer kurzen Tankpause liessen wir unsere Reifen aufpumpen und stoppten darauf an einem Reisfeldpanorama vor den Bergen, währen auf ersterem die Sonne schien, zogen an den anderen die Wolken vorbei. Nach dem Losfahren platze mir mein Vorderreifen und wäre der Knall nicht gewesen, wüsste ich nichtmal dass ich ein Problem habe. Ich wusste schon seit Ho Chi Minh dass ich den Reifen wechseln muss, jedoch hoffte ich er hält noch länger. Keine 200m schieben später hatte ich einen neuen Schlauch, jedoch kein Geld um den Mantel zu tauschen, da auch noch die Vorderbremse auseinanderfiel, die wohl obwohl angeblich frisch getauscht, die Belastung der letzten Tage nicht verkraftet hatte. Ich hoffte dass er noch bis zur nächsten Stadt hält, was er dank Verstärkung an dem Loch auch gut tat und ich mit einem sicheren Gefühl weiterfahren konnte, allerdings war der stark angerostete Hauptständer lose und ausser ihn komplett abzubrechen konnte man wenig machen. Die Strasse war ein reissender Fluss und der Tausch des Mantels dauerte lang genug um den Regen abzuwarten, sodass es bis kurz hinter Buon Mo Thot ging, was das Ziel von vor 3 Tagen war, bis wir doch aufgaben und nicht mehr weiter fuhren, sondern uns ein Hotel mit warmer Dusche suchten und aus den nassen Sachen herauskamen. Immerhin war der Weg trotz Schlaglöchern gut passierbar, sodass wir knapp 150km machten. Auf dem Weg Essen zu finden, kamen wir wieder an einer Gruppe Jugendlicher vorbei, jedoch war keiner von uns wirklich in feierlaune sodass wir viele Bilder mit uns machen liessen und einen obligatorischen Reiswein mittranken, jedoch uns da höflich, aber bestimmt verabschiedeten.
Tag 11
Diesmal klingelte der Wecker noch frührer und wir machten gemeinsam aus weniger lange beim Packen zu benötigen, da man sich selbst drosselt um nicht warten zu müssen und jeder langsam packt, sodass die Morgenprozedur inklusive Frühstück nicht weniger als 2 Stunden dauert. Ich ging noch kurz zum Mechaniker um meinen Spiegel richten zu lassen, den ich auf dem Jungelpfad beim Sturz abgebrochen hatte, allerdings musste das komplette Handstück mit Lichtsteuerung, Blinker und Hupe getauscht werden, wonach nichts mehr funktionierte und der arme Mann die stark improvisierte Verkabelung schrittweise durchgehen musste und richtete bis alles ging und so nahm diese kurz ansetzte Reparatur ganze 90 Minuten in Anspruch, jedoch ist der linke Spiegel gerade der wichtigste und man kann sich nicht jedes mal umdrehen da man gefahr läuft ins nächste Schlagloch zu fahren während man einem anderen ausweicht. Immerhin war der neue Ständer in 3 Minuten getauscht. Die Reparaturen hier inklusive Ersatzteilen sind recht günstig und in den letzten 2 Tagen in denen gefühlsmässig mein halbes Motorrad getauscht wurde kostete mich gerade einmal 20-25€. Abgeschlossen sind die Reparaturen nicht aber das Wichtigste wurde gemacht und funktioniert hoffentlich noch lange. Mit deutlicher Verspätung ging es los mindestens 200km zu schaffen und hoffentlich heute trocken zu bleiben. Wir kamen sehr gut voran und ausser leichter bis mittlerer Bewölkung spielte auch das Wetter gut mit und man konnte auf den inzwischen trockenen Strassen mehr Gas geben. Wir passierten schöne Gegenden und fuhren an Erdnussfarmen vorbei wo uns die Sonne auch wieder etwas anlächelte. Am Ende war der Weg etwas schlechter, allerdings kamen wir jetzt super damit zurecht sodass wir mit gedrosseltem Tempo die letzten 30km bis zum Ziel schafften. Abends in Kon Tum gab es nicht wirklich etwas zu tun und die Jungs liefen 3km in die Stadt, wo aber spätestens um 9 fast alles geschlossen war, während ich den ruhigen Abend genoss.
Tag 12
Der Morgen fing wieder um halb 8 an und da einer der Jungs berkte dass mein Tank feucht war, fanden wir heraus dass er an einer in HCMC schlecht reparierten Stelle ein Leck hat und langsam aber kontinuierlich vor sich hintropft. Beim Mechaniker war ich mit 5 Dollar dabei, allerdings dauerte alles deutlich länger als geplant und um die Jungs nicht wieder wegen mir warten zunlassen schickte ich sie schonmal vor, der Weg und das Ziel waren bekannt und alleine bin ich ohnehin schneller da ich deutlich weniger Pausen brauche und wenn dann schneller wieder auf der Strasse bin, ausserdem ordne ich mich dann keinem Tempo unter. Eine Stunde nach ihnen fuhr ich los und holte sie nach ca 65km ein, was mich sehr freute den Weg nicht alleine Fahren zu müssen, und ich hatte mit ihren Pausen gerechnet. Das Wetter war traumhaft und die Umgebung zeigte sich wieder von der schönsten Seite, so sahen wir wackelige Holzbrücken über Gebirgsflüsse vor dem Bergpanorama und auch die Strecke war bis auf ein paar wenige Schlaglöcher perfekt, sodass wir problemlos vorankamen. An einer Stelle sprang meine Kette wieder ab, was mich etwas wunderte, beim zweiten mal machte ich mir Sorgen und ab dem dritten mal blieb sie kaum noch drauf. Alle anderen waren schon vorgefahren und als ich nicht nachkam da ich schieben musste kam mir Miguel entgegen und sah das Dilemma 50km vor dem eigentlichen Ziel: meine Kette hatte ziemlichen Schaden genommen und mindestens ein Glied war etwas verbogen und auf einer Seite gerissen, sodass sie gerade so mit Glück hielt und sie war recht gedehnt und dadurch etwas lose. Weshalb ich ausgerechnet jetzt das halbe Motorrad unter dem Hintern verliere ist mir rätselhaft, jedoch ist der Zeitpunkt denkbar schlecht, 20km von den nächsten Dorf und ähnlich weit nach dem Nächsten in dem Hoch und Runter und als ich den anderen Beiden sowie einem Einheimischen zeigte dass die Kette nicht draufbleibt schob ich ca 2km als die anderen mit ein paar Jugendlichen und Werkzeug auftauchten und ich das Hinterrad versetzt bekam was schon beinahe maximal vom Vorderrad entfernt war, der halbe cm jedoch ausreichte um die Kette ausreichend zu spannen um langsam voranzukommen, auch wenn klar war dass wir es nicht vor Einbruch der Nacht schaffen. Manu und Walter fuhren vor ins nächste Dorf um es nach Mechaniker und Hotel auszukundschaften als die Wolken wie geld-orange Lanternen die bevorstehende Dunkelheit ankündigten und ich ohne anzuhalten Bilder machte, sowie die Batterien der Taschenlampe in weiser Vorraussicht wechselte und dadurch uns allen eine Vernünftige Sicht in absoluter Dunkelheit verschaffte, als die beiden ankündigten dass ihre Suche erfolglos war. Wir fuhren wohl nochmal 10km und währen in 10km in Thong My, was wir eigentlich erreichen wollten, doch der einsetztende Regen lies uns unterschlupf suchen, sodass wir in einem Restaurant übernachten und am nächsten Tag im Hellen einen Mechaniker aufsuchen, der ich mal wieder um mein Motorrad kümmern muss.
Tag 13
Wir dachten es meinte mal jemand nett mit uns ohne Geld zu verlangen weshalb wir uns entschlossen eine kleine Aufwandsentschädigung zu hinterlassen, allerdings wurden wir mal wieder einmal enttäuscht und es wurde das Kind vorgeschickt um Geld einzutreiben. Das Problem war, dass man uns einlud unentgeltlich auf Hängematten zu schlafen, uns jedoch ohne andere Absprache das Bett hinterliess und wir im glauben waren dies wäre aus Gastfreundschaft geschehen. Nach kurzer Diskussion waren sie jedoch mit dem Obulus einverstanden den wir sowieso geben wollten, jedoch hinterliess es mal wieder kein gutes Bild bei uns, da es uns laufend wiederfährt etwas zu bekommen wonach man nicht gefragt hatte und danach zahlen zu müssen, sei es Beilagen beim Essen, Getränke oder wenn man den Fehler macht erst hinterher nach dem Preis zu fragen, denn dann ist dieser masslos übertrieben. Nirgendwo sonst habe ich einen dermassen heftigen Rassismus erlebt wie in Vietnam, besonders ausserhalb der Touristengegenden, wo man es noch weniger erwartet. Die andere Seite der ländlichen Gegend ist dass man empfangen wird wie ein Rockstar, was sich zugegebenermassen gut anfühlt aber jedesmal einen Schnitt im Ego hinterlässt wenn man erfährt dass man nur wegen seines (spärlich vorhandenen) Geldes gemocht wird.
Es gibt natürlich auch viele Ausnahmen die in der Geschichte leider zu hoch überschattet werden von den Negativbeispielen. Ich liess, um wieder zurück zum Tagesgeschehen zu kommen meine Kette tauschen während wir eine Art riesige, flache Reisnudel assen und somit keine Zeit verloren, das Motorrad fühlte sich nach gestern nicht sehr sicher an, weshalb ich recht langsam fuhr aber wir kamen doch gut voran. Diesmal waren wir unterwegs zum Meer, endlich raus aus den Bergen und am Vortag bemerkte man bereits die Sonne viel intensiver, während sich die Wolken in den Bergen verfingen, mehr noch in den Gipfeln zu Bett gehen zu schienen und morgens daraus zu erwachen. Wir erreichten Da Thang sehr zügig und man bemerkte gleich den heftigeren Verkehr, die deutlich grössere Stadt und dass wir unseren Rockstarbonus nicht mehr hatten da wir nicht mehr die Eingingen waren. Die Stadt an sich schien riesig zu sein, eine Brücke sah der Golden Gate Bridge in Miniatur ähnlich, eine andere bildete mit ihren gelben Bögen den Körper eines Drachen an deren Ende jeweils Köpfe waren. Wir liessen Hochhäuser, eine Arena und andere architektonisch durchaus interessante Gebäude zurück und sahen endlich nach einer gefühlt endlosen Zeit das Meer und den Strand. Nach einem Bad ging es weiter, Miguel musste uns schon vorher verlassen, da er arbeiten musste und somit eine Unterkunft mit gutem WLAN benötigte, die er in Ruhe finden konnte, da wir schon seit 6:00 wach waren. Wir nahmen hingegen den malerischen Weg entlang dem Meer den wir mehr geniessen konnten, zumindest theoretisch, da auf dem Weg meine Kette, mal wieder, absprang, diesmal jedoch am Motor, der abgedeckt war und somit Werkzeug benötigt um wieder aufgesetzt zu werden. Zum Glück fand sich ein hilfsbereiter Vietnamese der nicht gerne zusah wie ich das Motorrad die Hügel hochschob in der Hitze um kurz wieder herunterfahren zu können, so schob er mich bis zum nächsten Mechaniker, wofür er von mir auch gerne etwas Geld bekam, da die anderen mich nicht mit dem Motorrad schieben können, ziehen ist in dem Gelände ist fast unmöglich und schieben hätte ich nicht den ganzen Weg durchgehalten, ausserdem tat er es von sich aus um zu helfen ohne Geld zu verlangen, das habe ich lange nicht mehr erlebt und war mir wert belohnt zu werden. Der Mechaniker tarierte das Rad aus, spannte die Kette und war, da wir vietnamesische Begleitung hatten unerwartet günstig. Wir mussten etwas Zeit aufholen, jedoch sprang mir mal wieder im Gebirge die Kette ab, ich richtete sie schnell und fuhr langsamer, jedoch ohne anzuhalten konstant weiter und habe leider von zwei wunderschönen Aussichtspunkten über Berge und Meer keine Bilder gemacht, jedoch am Schluss muaste ich doch an einer Stelle anhalten um ein Foto zu machen. Der Weg war grossartig schön, der Verkehr jedoch ungemütlich und ich fuhr in der nächstgrössten Stadt wieder einmal zum Mechaniker. Manu bekam einen Zuckerrohrsaft geschenkt, in der Hitze eine Wohltat, und es wurde auch beim freiwilligen Bezahlen kein Geld angenommen, kurz darauf verliessen sie mich um schon einmal vorzufahren. Da ich erst gesagt bekam dass es ein Automechaniker ist der von Motorrädern wenig Ahnung hat, war das Hinterrad schon abmontiert und zerlegt, war sich jedoch sicher dass es funktioniert, so tauschte er die Schrauben die das Zahnrad am Reifen hielten, sowie die Hinterachse und siehe da, ich fuhr ohne komische Geräusche weiter, jedoch immer noch auf der Hut da ich dem ganzen nicht traue. Pünktlich als die Sonne verschwand kam ich in Hue an und fand dank Miguels guter Beschreibung schnell das Hotel wo ich etwas erschöpft, da ohne Pause aber nur 20mins nach den anderen Jungs die über eine Stunde vor mir die letzten 60km fuhren. Die Kilometersteine zeigten für Hanoi nur noch knapp 650km an und machten Hoffnung das Ziel noch im Anfangsgeitplan zu erreichen. Zu dritt gingen wir mit unseren Hondas zu Honda um die Bikes durchchecken zu lassen, wurden jedoch etwas übers Ohr gehauen, da sie fast nichts taten und wir den Preis neu verhandelten und uns morgen richtige Mechaniker suchen, da die anderen auch Probleme haben. Das Hue touristischer ist merkt man an den Preisen, an den Westmenschen, sowie dass man wieder vermehrt auf sein Geld achten muss, so wurde Manuel taschspielermässig der Geldschein unter der Nase weggetauscht und erst als es zu spät war und man nichts mehr machen konnte, die Leuten wurden schnell Aggressiv, als wir ihnen jedoch das Geschäft verdarben verzogen sie sich, als auch wir das Weite suchten, in Asien können solche Konflikte ungünstig für uns eskalieren.
Mittwoch, 7. August 2013
Täglich grüsst der Mechaniker
Mittwoch, 31. Juli 2013
Gott, Allah und Buddah sei Dank
Keine Sorge, mir geht es gut, der Titel spiegelt nur das Gefühl der letzt 3 Tage wieder nachdem wir nach einem wirklich sehr anstrengendem Stück endlich heil ankamen, aber alles der Reihe nach.
Tag 5
Unglaublicherweise war der Weg recht befahrbar, und je höher man fuhr desto schöner wurde die Umgebung und es ging vorbei an einigen Stauseen wovon an einem das Gebirge wie hohe, spitze Inseln aus der künstlichen Wasseranstauung herausragte, welche von einem riesigen Staudamm abgeschlossen wurde. Unterwegs gönnten wir uns einen Zuckerrohrsaft und waren erstaunt dass wir trotz zügigem Fahrens in den letzten 2h gerade einmal 60km vorankamen und wollten wenigstens in die nächste Stadt kommen, jedoch machte uns Miguel (Micki), der Spanier, mit seiner russischen Minsk einen Strich durch die Rechnung da sie wie jeden Morgen und immer wenn der Motor abgekühlt ist kaum anzukriegen ist. Ich fuhr vor um die anderen zu informieren und wir warteten gut eine viertel Stunde auf ihn umgeben von Kaffeeplantagen, die ich in Asien zum ersten mal gesehen habe. So fuhren wir weiter auf vergleichsweise super ausgebauten Wegen um irgendwann das erlösende Ziel der letzten Tage, Da Lat, auf einem Kilometerstein zu sehen das "nur noch" 100km entfernt ist, was uns motivierte nochmal mit weniger Pausen durchzufahren bis wir auf einer Autobahn landeten die 30km lang war und die Strecke unheimlich verkürzte. Auf der Strecke trafen wir 2 Engländer, die ersten mit dem selben Plan wie wir und die ersten "Ausländer" seit HCMC die wir trafen, mit denen wir dann weiterfuhren und nachdem sich die letzten 5km Serpentinen hochschlängelten, erreichten wir unser Ziel genau zum Einbruch der Dunkelheit. Wir waren überrascht wieviel auf den Strassen los war und dass sich ein Hotel ans nächste reihte, anscheinend ist dies ein Urlaubsort für Einheimische, und selbst einige Westtouristen waren unterwegs. Wir suchten uns zu 6t ein Zimmer und gingen in die Stadt wo es etliche Stände, und sogar Bühnen gab die aufgebaut wurden, allerdings war um 22:00 alles vorbei und es wurde auch recht kalt wofür ich nicht ausgerüstet bin. Ich ging mit dem Spanier vor, während der Rest der Meute noch an den See ging und durch die Stadt streunte.
Tag 6
Wir beschlossen einen Tag länger zu bleiben und beschlossen zu 5t (Micki musste erbeiten, was er als Webdevelloper bequem vom Hotelzimmer aus online mach konnte) Wasserfälle der näheren Umgebung zu besichtigen. Der Italiener hatte einen platten Reifen und ich einen Gebrochenen Gepäckträger, zumindest die Verlängerung die wieder angeschweisst werden musste, dass es später frisch repariert auf den Weg ging.
Der Erste war 20km entfernt und ging durch kurvige Bergstrassen, die ausser einigen Schlaglöchern Spass machten das Motorrad mal ohne Gepäck etwas flotter zu fahren. Der Wasserfall war recht gross, besonders verglichen mit denen in Thailand die ich bisher sehen habe und wir verbrachten einigen Zeit dort bevor wir uns nach einem Mittagessen direkt gegenüber auf den Weg machten den zweiten in Stadtnähe zu sehen. Dieser war jedoch etwas mickrig und den Eintritt kaum wert, weshalb wir uns den teuren Eintritt sparten und über den Markt gingen, sowie uns etwas ausruhten vom Stress der letzten Tage, auch weil wir etwas früher als bisher immer loswollten.
Tag 7
Während einer der Engländer und Manu, der Franzose zusammen zum Sonnaufgang um den Bergsee joggten, wartete der Rest die restlichen 3 Stunden Stunden bis zum Wecker, ausser mir, der dank Bauchweh schon früher auf dem Klo sass und kurz vor dem losfahren fühlte ich mich recht schlecht, wahrscheinlich ein Magen-Darm Virus aber die paar Stunden bis zum Hostel halte ich durch dachte ich mir, und immerhin habe ich vor dem richtigen Anfall etwas gegessen. Der Weg ging wunderschön los mit einer komplett neuen Strasse immer den Berg hoch, den höchsten Vietnams, während ich mit Unterhemd, langärmigen Cardigan und 2 Wasser und Winddichten Regenjacken eingepackt war und trotzdem noch fröstelte. Die Vegetation änderte sich und inmitten von Pinienenwäldern waren einige Hütten aus dem Holz um einen See, was einen eher an Kanada anstatt an Asien denken liess. Die Strasse hörte irgendwann auf und war nur noch eine lehmige Bahn auf der die Strasse weitergebaut wurde, jedoch noch befahrbar war, wenn auch einige Spurrillen das Tempo drosselten, den Optimismus dank frühen Aufstehens das Tagesziel zu schaffen griffen sie nicht an. Der Weg war abwechselnd betoniert, mit Kies belegt oder Schlammstrasse, jedoch packte uns der Optimismus immer wieder wenn ein ausgebautes Stück kam, allerdings war das nächste Stück umso Schlimmer. Nach einem Sturz von Micki der sich den Blinker und Den Scheinwerfer zerbrach, und dem Steckenbleiben Manus in einer wadenhohen Schlammpfütze, dachten wir es kann nicht schlimmer werden und hofften auf einen besseren Weg, leider war dieses Hoffen erfolglos, sodass wir uns irgendwann über eine Lehmstrasse in ein Bergdorf begaben und ich mich ersteinmal ausruhen musste um wieder zu Kräften zu kommen, jedoch ausser einem gekühlten grünen Tee mit Zucker ging nichts runter, und selbst dabei hatte ich das Gefühl dass er nicht lange drinbleibt, allerdings half die Tablette vor dem losfahren bei dieser Aufgabe ungemein. Weiter wurde der Weg noch schlechter, zu dem Lehmboden kamen noch Steigungen nach oben und unten dazu, sowie tiefe Wasserrillen denen man bestmöglichst ausweichen musste. Das GPS sagte dass wir noch auf dem richtigen Weg sind, auch wenn es komplett garnicht danach aussah. Ich kippte mit dem Motorrad mitten auf der Abfallenden Lehmstrasse um und verletzte mich Glücklicherweise fast garnicht bis auf einen Kratzer am Zeh, brach mir jedoch den Spiegel ab und kurz darauf Stürzte der Spanier. Irgewann wurde es immer jungeliger im Gebirge und man hatte echt nicht das Gefühl auf einem Wanderweg oder Trampelpfad zu sein als auf einer Strasse mit Namen, die in normale Karten eingetragen ist. Wir durchquerten zögerlich zwei Gebirgsbäche und einige Pfützen und die Strecke war besonders für ungeübte wie uns, sowie in meinem Zustand sehr anstrengend und wieder einmal als wir dachten es kann nicht schlimmer werden, fing es an in Strömen zu regnen, was die Rillen füllte, den Lehm rutschig werden liess und den kleinen Fluss vor uns zu einem schnell fliessenden Strom aufpumpte, abgesehen davon dass die Kleidung komplett nass wurde, trotz Regenjacke. Der Fluss hatte eine Brücke, die jedoch durchlöchert war, wo die Reifen mit Sicherheit durchrutschen würden. Und somit unmöglich mit Motorrad zu Überqueren ist, was uns den Fluss als alternative liess. Zuerst vorsichtig zu Fuss, dann mit 3 Leuten anschieben mit Bike ging es durch den Fluss, das schlammige Ufer hoch und wir merkten schnell dass es das beste ist alte Motorradrillen zu nutzen, und sich links und rechts mit den Füssen zu stützen, wodurch es sicherer, jedoch oft in weniger als Schrittgeschwindigkeit weiterging und wir uns mehr wie bei einer Expeditionsdokumentation durchs Nirgendwo anstatt auf einer echten Strasse befanden. Nach anstrengenden wie gefährlichen Stunden schlitterten wir uns vorwärts bis wir Strommasten sahen, was uns extrem Motivation und Kraft spendete, und wir an einer Brücke ankamen, wo wir das Ende des Martyriums vermuteten, da wir am Limit unserer Kräfte waren und die Dunkelheit nur noch 2,5 Stunden entfernt war. Die Dorfbewohner empfangen uns wie überall abseits der normalen Touristenwege extrem herzlich und luden uns auf ein Abendessen, sowie zur Übernachtung ein, was wir dankbar annahmen, besonders nachdem wir erfuhren dass es noch ca 15km genauso weitergeht. Und wir das im Schrittempo niemals im Tageslicht schaffen würden. Das Dorf lag inmitten von Kaffefeldern und die Holzhäuser hatten selten mehr als einen Raum mit angebauter Küche und abgetrennten Schlafmöglichkeiten, das essen war Reis, eine Suppe der kartoffelähnlichen Wurzel die wir von den Tunnels bei Cu Chi kannten und spinatagrtiges, gekochtes Gemüse, das jedoch gerade in unserem entkräfteten Zustand Gold wert war, auch wenn ich nicht viel davon herunterbekam. Im Elternhaus richtete man uns Strohmattennauf dem Boden aus und rollte eine Decke als Kissen zusammen, allerdings war es recht frisch, was vielleicht an meiner Krankheit lag und ich fror trotz Decke, Kleidung und Regenjacke noch weshalb ich sehr schlecht schlief.
Ich versuchte mich im Schlaf zu erholen, während der Rest Reiswein angeboten bekam und irgendwann lautstark aneinander vorbeidiskutierte, da man sich auch nüchtern kaum verständigen konnte. Um 21:00 waren dann alle Lichter gelöscht doch es fühlte sich 4h später an, durch die Stille und undurchdringliche Dunkelheit mitten im Gebirge und wir schliefen alle erschöpft ein, bevor ich von Walter, dem Italiener geweckt wurde, der draussen recht gut hörbar bemerkbar machte, dass er sich dasselbe wie zugezogen hat, da es nicht nur beim Übergeben blieb, was auch vom Alkohol hätte stammen können.
Tag 8
Die ganze Nacht hatte es geregnet und morgens tröpfelte es nur noch leicht, während jeder eine Banane frühstückte bevor wir uns auf den Weg machten und zum Abschied nach Geld gefragt wurde, was uns etwas verärgerte, nicht weil wir nicht gern bezahlten sofern es abgemacht worden wäre, sondern allerdings war die Minsk nicht anzukriegen weshalb wir sie samt Gepäck hinter der Brücke zum Dorf zurückliessen. Die Honda Win von Manu ging nach dem erfolgreichen Test am Morgen allerdings auch nicht mehr an und kurz hinter dem Dorf vor einem knietiefen Fluss liess er es samt Gepäck stehen und lief den Weg. Walter und ich kamen trotzdem stellenweise nicht viel schneller voran als die Wanderer und wurden immer wieder eingeholt, der Weg war oft noch schlimmer als am Vortag, jedoch hatte man etwas Übung, trotzdem machte einem die Neigung des Weges zusätzlich zur Steigung und den tiefen Spurrillen Probleme, zudem war der Weg oft recht eng, tief zugewachsen und einmal war ein Baumstamm so tief über dem weg gelegen, dass man gerade so darunter durch kam wenn man sich duckte. Der Weg war noch gemeiner als der dacor, nicht nur durch die geringere Breite und Höhe, sondern auch da das Schilf und die Bambusblätter einem gemeine Schnitte während dem fahren verpasste, die recht unangenehm waren, wie wenn man sich an Papier schneidet und manchmal die Spur gerade einmal Reifenbreit war und einen Meter daneben ging es abwärts. An einer Stelle fand ich etwas recht interessantes und zwar habe ich es nur in einer Doku gesehen, dass eine Pilzart Ameisen befällt, und deren Gehirn und Körper übernimmt um sie hoch wie möglich klettern zu lassen bevor sie sich festbeissen und festklammern und sterben und der Pilz aus dem Kopf wächst um seine Sporen erneut zu verteilen. Ich dachte nicht dass ich jemals so etwas zu sehen bekommen, genau wie die fleischfressende Kannenpflanze des Vortages, in die ein kleiner Gecko gepasst hätte und man wirklich das Gefühl hatte auf einer Jungelexpedition zu sein um neue Arten zu entdecken und ich anfing zu beten dass dieser Weg endlich zu Ende geht. Mir ging es wieder etwas schlechter und als wir von hoch oben eine befestigte Strasse und Häuser in der Ferne sehen konnten, wussten wir dass wir es beinahe geschafft hatten. Nach einer Bachüberquerungals es zu regnen anfing und alles wieder glatt wie Eis war, gab auch Walter auf, nahm jedoch wenigstens das Gepäck mit, während ich mir immer wieder sagte dass ich jetzt nicht aufgeben kann und immer weiterfuhr bis der Weg nach kurzer Zeit deutlich einfacher wurde und ich mich immer wieder ermahnte Konzentriert zu bleiben um keine Fehler zu machen und sofort reagieren zu können. An einer Stelle nach kurzer Pause sprang die Kette ab wie bei einem Fahrrad, mit vereinten Kräften lösten wir das Problem sehr schnell so dass es bis zum Ende weiterging. Als ich endlich wieder Asphalt unter den Reifen war hätte ich den Boden küssen können und dankte den Göttern dass es endlich vorbei war als ich auf die anderen wartete und auch der Grund war weshalb ich den Titel wählte. Ich wartete an der Strasse und wurde als Held gefeiert als einziger mit Motorrad angekommen zu sein, und man wünschte sich nichts mehr als eine heisse Dusche, Essen und viel Schlaf. Es kamen schnell ein paar Leute zusammen, die meisten wollten uns etwas verkaufen wie zum Beispiel ein anderes Motorrad, während wir recht entkräftet kaum Motivation hatten sie fortzuschicken und froh über etwas Wasser waren. Es sind gute 5-6h vergangen seit unserem morgentlichen Aufbruch und der Weg hat es wie gesagt auch zu Fuss in sich. Wir fanden schnell einen Mechaniker der natürlich auch versuchte den größtmöglichen Profit aus uns zu schlagen was uns erneut sehr ärgerte, aber trotzdem nach einigem Verhandeln für 100 Dollar die Motorräder startklar machen und herholen lassen konnten sowie ein Mittagessen und die Übernachtung umsonst bekamen. So erfüllten sich ausser der heissen Dusche unsere primären Wünsche und wir wurden mitgenommen zu einer heissen Heilquelle, wo sich besonders morgens und abends die Dorfbewohner zum Duschen und Kleiderwaschen zusammen kamen und wir es kaum fassen konnten, dass dieser Wunsch auch noch in Erfüllung ging, als wir uns mit heissem Quellwasser endlich wieder waschen konnten. Erleichtert dass die Strecke nicht noch gefahren werden musste wurde ein Huhn für uns gerupft und ein reichliches Abendessen gemacht, während wir wieder auf einer Strohmatte auf recht hartem Boden schliefen, diesmal jedoch ein Moskitonetz aufgespannt wurde und wir eine richtige Decke hatten und wir somit um kurz vor 10 Uhr abends wie ein Stein schliefen, um morgens um 7 fit zu sein.
Tag 9
Es gab Tofu, Reste des Huhns und Reis bevor es losging, Walter und ich gingen los um sein Motorrad zu holen, welches ca 2-3km entfernt steht und der Rest ging mit 5 Mann los um die anderen beiden zu holen. Wir waren erstaunt wie kurz einem die Strecke vorkommt wenn man sie kennt und ausser dem Anfang war es auch vergleichsweise leicht, nach 2 Tagen Übung den Rest zu fahren, aber vielleicht auch weil man das Ende absehen kann und weiss worauf man sich einlässt nach 2x Ablaufen. In Windeseile waren wir zurück und es war Zeit für eine erfrischende Waschung an der heissen Quelle sowie für etwas Blogschreiben und der Plan ist heute wenn die anderen zurückkommen so früh wie möglich zum nächsten Hotel zu kommen das ca 50km entfernt ist bevor es dunkel wird und wir uns alle angemessen ausruhen können um den Luxus von weichen Betten, richtiger Dusche und Toiletten sowie Kleinigkeiten wie Internet und geschlossenen Räumen richtig zu geniessen. Die Frau des Mannes der uns aufnahm machte das wohl beste Mittagessen der letzten Tage, während es heftig anfing zu regnen und die anderen mit ein Paar Bananen durch den Matsch waten und uns leid tun, aber jedem von uns hätte passieren können (wobei ich an Manus stelle häufiger probiert hätte zu starten bevor ich beschliesse alles stehen zu lassen).
Während ich versuche die letzten Tage zu reflektieren fällt mir auf wie schwer es einem fällt sich unter Adrenalineinfluss an Details zu entsinnen wie z.B. den speziellen Reifenspuren wie Schneeketten die sich problemlos an jeder steilen Stelle hochzogen oder die Häufchen voller verdauter Kaffebohnen, die gereinigt und geröstet als der teuerste Kaffee der Welt verkauft werden würden oder dass ich von den schwierigsten Wegstücken garkeine Bilder machen konnte, meistens nur ebene Strecken oder Landschaften wenn wir hielten. Auch interessant waren die Gesichter der Menschen denn wir waren wie Außerirdische die auf der Erde landeten oder wie Rockstars und während die Jüngeren uns fröhlich winkten und sich freuten als wir den Gruss erwiederten, sahen uns die Erwachsenen sehr skeptisch an, als wir jedoch lächelten und damit unsere friedliche Absicht zeigten, lächelten sie zurück und die Miene erhellte sich. Für die Mädchen unseren Alters waren wir durch unser exotisches Aussehen wohl auch ret attraktiv sodass uns Liebesbekundungen und Dates für den Abend hinterhergerufen wurden. Während ich Bilder zum Hochladen aussuche kommt die Minsk an, sauberer als zuvor durch die anderthalb Tage regen und einen geübteren Fahrer. Nicht mehr lange bevor die anderen ebenfalls ankommen und das letzte Motorrad gemacht wird sodass wir den weg endlich fortsetzen können, nachdem einige Kleinigkeiten repariert wurden. Anscheinend hatten die Dorfbewohner die Motorräder gefunden und sicher inklusive Gepäck untergebracht. Wir setzten den Weg fort und nachdem er gut anfing ging es nach 200m über Matsch zu einer kleinen Ruderfähre über den Fluss als wir beschlossen lieber 20km Umweg zu fahren, besonders da wir nicht wussten wie die Strasse nach dem Fluss weitergeht und ob es vielleicht in den nächsten Kilometern bis zur Hauptstrasse schlimmer wird und die sonst ebene Strasse vielleicht doch mit Steigungen einhergeht. Nach einigen Problemen wie dass mein Gepäckträger wieder gebrochen ist und bei Walter sowohl Gepäckträger den Geist aufgab, als auch die Kette absprang wie bei mir am Vortag schafften wir es nicht wirklich weit aber immerhin zu Einbruch der Dunkelheit ins nächste Hotel wo ich dann meinen Gepäckträger kürzen liess um weniger Gewicht darauf zu legen und die Schwachstelle wieder anschweissen und verstärken liess, mussten Manu und Walter ihre Kette straffen und Walter das Kettenzahnrad tauschen lassen sowie andere Kleinigkeiten reparieren lassen bevor es wirklich und hoffentlich endlich zügiger vorangeht, da uns auch langsam die Zeit eng wird.